Close to Core?

Oder: Mit wie wenig Custom Code – zusätzlich zu einem Open Source
Redaktionssystem – kann man wie erfolgreich sein?

Mein kurzer Talk zum DNIe von Golem.de.

Gleich vorneweg: Ich weiss es auch nicht. Ich war u. a. auf dem Camp, weil mich andere Meinungen dazu interessieren und weil ich das gerne auch mal mit anderen diskutieren wollte. Und: Ich habe immerhin ein paar Vermutungen und ein paar Erfahrungen.

Es gibt zwei Pole …

  1. WordPress auspacken + Elma-Studio-Theme = fertig = 4 Stunden Arbeit
  2. WordPress auspacken + „das ganze Programm“ = fertig = 250 Personentage Arbeit

Und ich kann nicht aufhören, darüber erstaunt zu sein, dass es diesen beiden Pole gibt, und mich zu fragen, was eigentlich auf dem Weg vom ersten zum zweiten passiert.

Das wirft folgende spannende Fragen auf …

  1. Warum ist das so? Warum kommen nicht alle mit 4 Stunden aus, warum brauchen manche 250 Personentage Custom Code?
  2. Was davon macht den Erfolg einer Site aus? Und was davon macht den Erfolg eines Projektes aus? (Und warum ist das nicht das selbe?)

ad 1) Warum ist das so?

„Noch mehr Menschen mit Ideen kann ich nicht ertragen.“

Enrique Tarragona, Zeit Online

Menschen haben Ideen. Mehr Menschen haben mehr Ideen. Darunter auch gute. Leider auch viele schlechte. Aber: Das weiß man ja vor dem Launch nicht, denn…

„Die Menschen können nicht wirklich wollen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen“

Prof. Dr. Rüdiger Bittner, Abteilung Philosophie an der Uni-Bielefeld

Dazu kommt nämlich, dass den Ideen und Wünschen von Menschen leider nur wenig zu trauen ist. Allzuoft leiten sie in die Irre, sind miserabel gegeneinander priorisiert oder haben schlicht ein nicht mit Denken zu rechtfertigendes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

ad 2) Was davon macht den Erfolg einer Site aus?

I hate to say it: Das ist sehr unterschiedlich. Aber soviel ist klar: Man kann sowohl mit kaum Custom Code viel Erfolg, mit viel Custom Code wenig Erfolg haben als auch mit viel Custom Code viel Erfolg haben. In den wenigstens Fällen aber, würde ich sagen, ist viel Custom Code launchrelevant, denn …

Der Clou

Der eigentliche Clou bei der Sache ist der: Es ist im Zweifel ja gar nicht die Frage, wieviel Custom Code man schreiben lässt oder nicht, sondern es ist vor allem die Frage, wann man launcht und worauf man sich danach konzentriert.

Denn: Ein 250 Personentages-Projekt beginnt bei uns ja auch damit, dass man ein WordPress auspackt ein Theme reinwirft und dann anfängt zu programmieren, dann launcht man nach 250 Arbeitstagen und arbeitet dann weiter.
Ein 4 Stunden Projekt launcht halt schon nach 4 Stunden und danach arbeitet man dann weiter, ganz sicher mindestens nochmal 4 Stunden, vielleicht aber auch 4 Tage, 40 Tage, 250 Personentag oder 400 Tage. Man ist „nur“ eher live, hat „nur“ bis zum Launch weniger Geld ausgegeben, hat „nur“ ein beweglicheres Setup und sieht früher, was eigentlich funktioniert, was nicht funktioniert und was man eigentlich wirklich braucht. Deswegen arbeiten wir gerne Close to Core, unter anderem.

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